Diabetes war um die Jahrhundertwende 1900 eine nicht sehr häufig auftretende Erkrankung und nur wenige Ärzte waren überhaupt in der Lage eine fachgerechte Diagnose zu erstellen. Diese war dann aber gleichbedeutend mit einem Todesurteil.
Als es dann um 1920 gelang Insulin im Labor herzustellen, bedeutete dies für viele Betroffene zwar keine Heilung aber doch eine erhebliche Verlängerung ihres Lebens. Bei einem ganz geringen Teil der behandelten Diabetiker hatte das verabreichte Insulin indes das genaue Gegenteil zur Folge: Ihre Lebensdauer wurde nicht nur nicht verlängert sondern eher verkürzt. Die Ärzte standen vor einem Rätsel und nannten diese Erkrankung Diabetes Typ2 (nicht mit Insulin behandelbar) im Gegensatz zur Diabetes Typ1 (mit Insulin behandelbar). Erst im Jahr 1950 gelang es dann den Unterschied und die Ursache dieser beiden so verschiedenen Diabetes Erkrankungen medizinisch genau zu erklären.
In unserer Zeit hat sich die Situation im Vergleich zu 1900 dramatisch verändert! So sehr, dass jungst in allen Zeitungen zu lesen war “Diabetes sei die Volkskrankheit der Zukunft und werde bald alle anderen Erkrankungen als Todesursache bei weitem übertreffen. Schon jetzt gäbe es in Deutschland über 6 Millionen diagnostizierte Diabetiker und die Tendenz sei steigend. Man musste davon ausgehen, dass diese Zahl sich in den nächsten Jahren mehr als verdopple. Zudem gebe es eine unbekannte Anzahl an unerkannten Erkrankungen. Durch gesunde Ernährung ließen sich jedoch bis zu 80% dieser Neuerkrankungen verhindern!”
Was nicht in den Zeitungen zu lesen war ist eigentlich das Wesentliche:
- Die Anzahl der Erkrankungen an Diabetes vom Typ1 hat im Vergleich zu 1900 nur unwesentlich zugenommen. Dagegen hat sich die Anzahl der Erkrankungen an Diabetes vom Typ2 von damals etwa 0.008% auf den astronomische Wert von heut zutage weit über 30% Anteil an der Gesamtbevölkerung erhöht!!! Das bedeutet, dass die Diabetes Typ1 heute nur zu einem geringen Anteil an der Gesamtzahl der Erkrankungen beteiligt ist - im Gegensatz zu 1900..
- Was man unter “gesunder Ernährung” verstehen soll bleibt offen.
- Dass heute bereits Kinder im Alter unter 10 Jahren von dieser auch “Altersdiabetes” genannten Typ2 Erkrankung betroffen sind ist zwar erwähnt, aber auf Ursachenangaben wurde gänzlich verzichtet (Teilweise wird fälschlich sogar auf “genetische” Ursachen hingewiesen).
- Dass ein Mangel an bestimmten Nährstoffen in unserer Ernährung wesentlich zur Entstehung von Diabetes Typ2 beiträgt wird überhaupt nicht erwähnt.
Was ist hier eigentlich seit 1900 falsch gelaufen? Wo liegen die Fehler und was können wir selbst besser machen?
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